Die erste Erwähnung der Gärtnersmühle findet sich 1482 in einem Pachtvertrag zwischen Georg von Hardheim und Conz Beger . . .
Das Ensemble von Gärtnersmühle aus dem 15. Jahrhundert und dem im Jahre 1781 erfolgten Anbau der Volksmühle durch Alban Gärtner stellt eine bauliche Besonderheit dar:
Zwei Mühlen befinden sich gleichsam unter einem Dach und nutzen mit drei oberschächtigen Wasserrädern den selben Mühlkanal.
Gemeinsam mit der Steinemühle und der Mittelmühle gehörte die „Gebirgs"-, „Gerberts"- oder „Obere Mühle", wie die Gärtnersmühle in den Akten früher genannt wurde, zu den ältesten Mühlen in Hardheim. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die Mühle bereits seit 350 Jahren im Besitz der Familie Gärtner war, wechselte die Bezeichnung in „Gärtnersmühle".
Historische Bilder und Textpassagen aus dem Begleitheft zur Ausstellung „Wasserkraft Mühlen im oberen Erfatal" des Museumsverein Erfatal.e.V.
Seit die Volksmühle bestand, gehörte sie verschiedenen Zweigen der Gärtnersfamilie. Diese betrieben die Volks- und Gärtnersmühle nebeneinander. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Mühle mehrfach versteigert. Ihre technische Aussattung bestand zu dieser Zeit aus zwei Wasserrädern, zwei Mahlgängen, einem Schälgang und einer Schwingmühle. Der heute noch erhaltene Stuck in der Wohnstube der Volksmühle, die zu dieser Zeit weniger als Wohnraum genutzt wurde, sondern Repräsentationszwecken diente, lässt den Reichtum der ehemaligen Müllersfamilien noch erahnen.
Die Gärtnersmühle wurde stetig modernisiert: Eisenrad, Walzenstuhl, Elevatoren und 420 Meter Riemen ersetzten nach und nach die alte Anlage.
Der Betrieb lief gut. In den 1940-er Jahren belieferte man Kunden in 65 Gemeinden.
Kurz nachdem die Getreidemühle 1983 eingestellt wurde, begann die Stromerzeugung für den Hausgebrauch.
Wolfgang Gärtner stellte den ehemaligen Mühlenbetrieb auf eine Bäckerei um.
Hoher Qualitätsanspruch in die althergebrachte, schonende Verarbeitung besten Getreides und möglichst naturbelassener Rohstoffe von regionalen Anbietern bestimmen heute den ausgeprägten, ureigenen Backstubencharakter der nach behüteten Hausrezepten gebackenen Brote und Backwaren.